Chronik

Chronik der Schützenkapelle Kreuzberg von 1969 bis 2009
Vorwort

Auf der Vorstandsversammlung der St. Hubertus Schützenbruderschaft Kreuzberg am 28. Februar 1969 wurde durch den damaligen Brudermeister Heinrich Köster beschlossen, eine eigene Musikkapelle zu gründen. Eine Musikkapelle in Kreuzberg bestand bereits seit 1872, doch durch den Zweiten Weltkrieg verlor der Verein viele Musiker und kam somit zum erliegen.

Gründungsjahre

GruendungAm 08. März 1969 lud der Vorstand zu einer Versammlung ein, zu der auch Eugen Diederich und die Eltern der interessierten Kinder eingeladen waren. Die rege Beteiligung an diesem Abend zeigte, dass ein großes Interesse an einer eigenen Musikkapelle bestand. Bei der Gründung der Schützenkapelle erklärten sich der Initiator Brudermeister Heinrich Köster, sowie der 2. Brudermeister Günther Blumberg bereit, das nötige Stammkapital zu sammeln. Man sprach von einem benötigten Betrag in Höhe von 3.500 DM. Doch die Kosten für Instrumente waren immens. Von nun an waren Heinrich Köster und Eugen Diederich ständig unterwegs, um irgendwo gebrauchte Instrumente aufzutreiben. Ein besonderer Dank geht an Herrn Dörre aus Bergneustadt, der die Schützenkapelle unterstützte, indem er alte Instrumente reparierte und spielfähig machte. Von den ursprünglich veranschlagten 3.500 DM konnte auch nicht mehr die Rede sein. Die Spendensammlungen in der Dorfbevölkerung erbrachten einen Betrag in Höhe von 2.462 DM. Die Gemeinde Klüppelberg unterstützte großzügig mit einem Betrag in Höhe von 1.500 DM und die St. Hubertus Schützenbruderschaft Kreuzberg konnte aus ihrem kargen Kassenbestand noch einmal 1.000 DM abzwacken. Somit war das Grundkapital vorhanden und die ersten Schulden der Instrumentenlieferung konnten schon getilgt werden.

Die erste Probe der Kapelle wurde am 17. März 1969 im Gasthof „Klosterschänke“, dem damaligen Proberaum, von dem Dirigenten Eugen Diederich geleitet.

Kinderschützenfest 1969Schon im gleichen Jahr konnte die Schützenkapelle Kreuzberg ihr Können auf dem Schützenfest Kreuzberg unter Beweis stellen. Die erste Uniform bestand aus einer schwarzen Hose, bzw. schwarzen Rock und einem weißen Hemd, bzw. einer weißen Bluse. Dazu wurde die Schützenkrawatte getragen. Die Wipperfürther Presse schrieb im damaligen Zeitungsbericht vom 29.07.1969: „Der erste große Auftritt der Schützenkapelle Kreuzberg. Die jungen Musiker wurden stürmisch gefeiert.“

So wie es bei vielen Vereinen in den Anfängen ist, fehlte es noch immer an finanziellen Mitteln. Am 15.11.1969 fand zur Unterstützung der Schützenkapelle ein Gemeinschaftskonzert in der Turnhalle Kreuzberg statt. Mitwirkende Vereine waren der Kirchenchor Kreuzberg, der Männergesangverein Kreuzberg, der Kirchenchor Kupferberg und der Frauenchor Halver. Der Erlös kam der Kapellenkasse zugute. Weitere nötige Musikinstrumente konnten angeschafft werden. Am 4.12.1969 konnte Ruth Raczkowiak zur Schirmherrin der Schützenkapelle gewonnen werden.

Am 16.05.1970 überreichte das amtierende Königspaar der Schützenbruderschaft, Heinz und Margarete Köser, den Musikern der Kapelle zu ihrer Uniform eine passende grüne Weste, auf der das Schützenwappen der Schützenbruderschaft angebracht war. Diese grünen Westen existieren noch heute als Uniform der Jungschützen.

Schützenfest 1970Im Juli 1970 erfolgte der erste Ausflug der Schützenkapelle nach Innsbruck in Tirol/Österreich. Diesen ermöglichten Walter und Ruth Raczkowiak, an dem nicht nur Musiker, sondern auch die Eltern und der „Fanclub“ mit ca. 200 Kreuzbergern teilnahmen.
Bis zum 25-jährigen Jubiläum unternahmen die Musiker noch weitere Ausflüge nach Innsbruck/Arzl (1972), Prem am Lech im Ostallgäu (1985) und nach Ungarn (1990).

Ab 1970 probte die Schützenkapelle in einen neuen Proberaum, der sich in der Grundschule Kreuzberg befand.
Am 22.07.1974, gab der Dirigent Eugen Diederich aus Altersgründen den Dirigentenstab an Wolfgang Haasbach aus Dabringhausen ab. Im selben Jahr wurden für die Musiker rote Husarenuniformen angeschafft.

Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens wurde im November 1979 ein Konzert in der Turnhalle gegeben.

Die Schützenkapelle in HusarenuniformWolfgang Haasbach leitete die Schützenkapelle Kreuzberg bis 1980. Von da an übernahm Walter Blumberg, ein ehemaliges Gründungsmitglied, den Taktstock.

Ostern 1981 veranstaltete die Schützenkapelle ihr erstes Osterkonzert in der Turnhalle. Mitwirkende waren der Kirchenchor und der Männergesangverein Kreuzberg. Das Osterkonzert ist bis heute eine feste Tradition und wird nicht nur von der örtlichen Dorfbevölkerung besucht.

1982 greift Walter Blumberg die Idee eines Nachwuchsorchesters erneut auf. Seitdem vertiefen Kinder und Jugendliche ihre musikalischen Kenntnisse und werden auf die Schützenkapelle vorbereitet.

Aus der Schützenkapelle formierte sich 1983 eine Tanzmusikgruppe, die BIG BAND OBERBERG, mit 12 Musikern und der Sängerin Ulla Avdic, die sich Anfang 1995 wieder auflöste.

Die Schützenkapelle zum 25-jährigen JubiläumIm Jahre 1988 wurden neue Uniformen angeschafft. Sie bestanden aus einer schwarzen Hose, einem grauen Jackett mit grünem Revers, sowie eine Schirmmütze. Dazu ein weißes Hemd oder eine weiße Bluse und eine grüne Krawatte mit silberner Lyra.

Im Jahr 1990 wurde der Kapelle der Proberaum in der Grundschule gekündigt. Nachdem zwischenzeitlich die Proben im Dachgeschoss des Hauses von Dirigent Walter Blumberg stattfanden, errichteten die Musiker ab Oktober 1991 in Eigenleistung einen Anbau an das Pfarrheim Kreuzberg. Nach einem Jahr Bauzeit konnte im Dezember 1991 Richtfest gefeiert werden. Mit Vertretern der Kirche und der Stadtverwaltung und vielen Kreuzberger Vereinen wurde der neue Proberaum im Oktober 1992 eingeweiht.

1994 übernahm Thorsten Blumberg von seinem Vater Walter die Leitung der Nachwuchsgruppe und gestaltete einen Teil des jährlichen Osterkonzertes mit.
Im gleichen Jahr feierte die Schützenkapelle mit befreundeten Vereinen ihr 25-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten dauerten fünf Tage. Ein Höhepunkt des Jubiläums war die kölsche Gruppe „de Höhner“ und Verkauf von der ersten eigenen CD.

1994-2009

16 Jahre lang leitete Walter Blumberg die Schützenkapelle, bevor er den Dirigentenstab 1996 an Markus Kramer übergab. 1998 legte er sein Amt als Dirigent nieder und Walter Blumberg übernahm die vorübergehende Leitung.

Im Jahr 1999 lud erstmals das Jugendorchester interessierte Kinder und Jugendliche zu einer offenen Konzertprobe ein. Die einzelnen Instrumente wurden vorgestellt und konnten auch gleich ausprobiert werden. Das Konzert stand noch unter der Leitung von Thorsten Blumberg, der jedoch aus beruflichen Gründen den Dirigentenstab an seine Schwester Sandra weiterreichte. Kurze Zeit später übernahm Stephan Klein die Leitung des Jugendorchesters und Thorsten Blumberg übernahm 2003 die Leitung der Schützenkapelle.

Die Schützenkapelle vor dem Brandenburger Tor 2007Ein besonderer Höhepunkt für das Jugendorchester ist seit Oktober 2004 das jährlich stattfindende Herbstkonzert. Unterstützt werden die jungen Musiker seit 2007 vom Schulorchester unter der Leitung von Walter Blumberg. Belohnt wird der Nachwuchs mit Probewochenenden und Ausflügen.

Die Ausflugsziele der Schützenkapelle waren in den letzten Jahren u.a. München (2000), Meckenheim/Pfalz (2001/2005), Innsbruck/Arzl (2003) und Berlin (2007).

Im Oktober 2008 legte Thorsten Blumberg seine Arbeit als Dirigent. Anfang 2009 schaffte sich die Schützenkapelle, nach 20 Jahren, neue Uniformen an.
Seit dem 01. Januar 2009 leitet Günter Undorf die Schützenkapelle Kreuzberg, die heute auf 40 Jahre freudiges und gemeinsames Musizieren zurückblickt.

Quelle: Chronik aus der Festschrift anlässlich des 40-jährigen Jubiläum 2009 der Schützenkapelle Kreuzberg.